Der Great Reset – Versprechen und Wirklichkeit

Einleitung

Seit Jahren propagiert das Weltwirtschaftsforum (WEF) den „Great Reset„.  Es sei die Lösung für die, wie es sagt, „Fragilität und die gesellschaftlich negativen Ergebnisse der heutigen kapitalistischen Wirtschaft„. Die von COVID aufgedeckten „vielen Schwachstellen – innerhalb von Unternehmen, Lieferketten, Volkswirtschaften, Gesundheitssystemen und politischen Institutionen“  müssten dringend angegangen werden.

Weiter behauptet das WEF, dass „gebrochene Anreize und Informationsflüsse“ … „das Herzstück unseres derzeitigen Kapitalismusmodells“ seien. Es meint damit, dass „die Kosten von Umwelt- und Sozialschäden (nicht) internalisiert“ werden. Die Investoren „integrieren … keine Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen (ESG) in Finanzanalysen und Bewertungsmodelle“.

Daher vertritt es die Meinung nach COVID sei „ein inklusiver und grüner Wiederaufbau unerlässlich“.  Mit anderen Worten: sein Great Reset ist unabdingbar.

Schon heute wird die freie Marktwirtschaft in hohem Maße reguliert, um breitere Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Es gibt Gesetze, die festlegen, was ein Unternehmen in die Umwelt freisetzen darf. Die Finanzberichterstattung folgt detaillierten Vorschriften. Der Bau einer neuen Anlage muss ein kompliziertes Genehmigungsverfahren durchlaufen. Arbeitnehmer haben Rechte, die sie vor einem Richter einklagen können, und so weiter.

Das WEF fordert jedoch einen viel drastischeren Eingriff. Es will die freie Marktwirtschaft durch ein System ersetzen, in dem nicht Eigentümer, Produzenten und Verbraucher die Hauptakteure sind, sondern die „Stakeholder“ jeder wirtschaftlichen Aktivität. Ein Stakeholder ist eine „Einzelperson oder Gruppe, die ein Interesse an einer Entscheidung oder Aktivität einer Organisation hat“. (ISO 26000).

In diesem und den folgenden Blogs will ich aufzeigen, wie sich diese Idee in den letzten Jahren entwickelt hat und wohin sie letztlich unsere Gesellschaften führen wird.

Die Stakeholder-Idee und ihre dunkle Schattenseite

Vor 50 Jahren stellte Klaus Schwab, der Gründer des WEF, die Idee des Stakeholder-Kapitalismus vor.

Professor Klaus Schwab

Executive Chairman, World Economic Forum

Die Behauptung lautete, dass ein Unternehmen nicht nur den Aktionären gegenüber rechenschaftspflichtig sein soll, sondern sich um die Interessen aller Betroffenen kümmern muss, um nachhaltig zu sein.

Sicherlich wird jeder Manager oder Eigentümer mit den längerfristigen Interessen des Unternehmens vor Auge zustimmen, dass unmotivierte oder kranke Mitarbeiter, unzufriedene Nachbarn, misstrauische lokale Beamte das Unternehmen negativ beeinflussen werden. Und zweifelsohne wird er wahrgenommen haben, dass die sozialen und ökologischen Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten immer mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken. Die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aus dem Jahr 2016 hat dieser erweiterten Verantwortung Ziele und eine Struktur gegeben.

Auf dieser Basis stieß der Stakeholder-Gedanke sowohl in Unternehmen als auch in Universitäten und Wirtschaftshochschulen auf offene Türen. Entsprechend wurden Leitfaden wie die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) entwickelt und weltweit eingeführt.

Der Stakeholder-Ansatz hat jedoch eine sehr dunkle Schattenseite.

– Der Shareholder-Kapitalismus konzentriert sich auf die Interessen der (privaten) Eigentümer, wobei die Kunden die wichtigste Regulierungsinstanz sind.

– Der Stakeholder-Kapitalismus hingegen behauptet, sich auf die Interessen von wenig klar definierten Gruppen und Einheiten zu konzentrieren. Darunter sind der Planet, die Gesellschaft, die Regierungen, die unterdrückten Minderheiten usw. Dies wird illustriert in den vom WEF in Anlehnung an die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung veröffentlichten vier Säulen des Stakeholder-Kapitalismus:

– Eigentümer und Aktionäre haben klar definierte Mechanismen, um ihre Interessen zum Ausdruck zu bringen.

– Die oben erwähnten Gruppen und ähnliche Einrichtungen jedoch haben weder klar definierte Interessen noch Mechanismen, diese zu vertreten.

So schaffen die Befürworter des Stakeholder-Kapitalismus die perfekte Gelegenheit für diejenigen, die (mehr) Macht wollen, zu behaupten, sie würden diese oder jene von einer Geschäftstätigkeit Betroffenen vertreten (BLM, Greenpeace, WEF). In ihrem Namen sagen sie uns dann, was richtig und falsch ist. Das Ziel ist die Verlagerung des Einflusses von den Besitzern/Aktionären auf unkontrollierte Machtträger.

Deren nächster logischer Schritt zur Ausweitung ihres Einflusses ist die Behauptung, dass fast alles in unserer Gesellschaft falsch ist und korrigiert werden muss. Dann beanspruchen sie unsere Unterstützung für dieses Ziel. Danach werden sie Krisen erfinden, generieren oder benützen um die Dringlichkeit zu erhöhen und den Widerstand gegen ihren Machtzuwachs zu verringern. Sie argumentieren dann, dass Bottom-up-Systeme wie Demokratien nicht sehr effizient sind, um mit globalen Bedrohungen umzugehen. Es braucht den Great Reset.

Wir haben bereits einiges davon gesehen. Indem sie vorgeben, die Interessen der Betroffenen zu vertreten, haben nicht gewählte politische Machtakteure wie die UN oder die EU, Google und Co, Regierungsbürokraten, die Wall Street usw. die Kontrolle über einen Großteil unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens übernommen. Sie sagen uns, was wir fahren dürfen, was wir essen sollen, welche Pronomen wir verwenden müssen, wie wir unsere Kinder erziehen und sogar, was wir sagen dürfen. Oft koordinieren sie sich, um den Informationsfluss zu kontrollieren. Zum Beispiel wenn sie Kritik an Maßnahmen wie die Unterdrückung von Ivermectin, das Impfmandat, den massiven Ausbau von Windparks, den Zugang von biologischen Männern zu Mädchentoiletten usw. unterbinden oder bestrafen. Ärzten wird ihre Approbation genommen. Wissenschaftler verlieren ihre Arbeitsplätze. Eltern werden vom FBI überwacht. Blogger und Journalisten werden zensiert und abgeschaltet.

Die Twitter-Akten haben gezeigt, wohin die Idee der öffentlich-privaten Partnerschaft (einer der Pfeiler des Great Reset) führt. In einer Partnerschaft zwischen der Regierung und einem großen Unternehmen wird kontrolliert, was wir normale Menschen wissen dürfen.

Es gibt mittlerweile effiziente Instrumente, um das „richtige“ Verhalten von Unternehmen und anderen Organisationen zu erreichen. Jedes größere Unternehmen hat längst eine Abteilung für „Vielfalt und Integration“ oder eine Abteilung für „Gesundheit, Sicherheit und Umwelt“ mit weitreichenden Befugnissen. Doch das war erst der Anfang. Auf der Grundlage der „UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wird ein ESG-Index für Investoren von mächtigen Organisationen wie Black Rock und Banken in Zusammenarbeit mit Regierungen den Unternehmen aufgezwungen. Ziel ist es,  entweder ihre Kooperation zu erreichen oder ihre Existenz zu untergraben. Dieser Index ist in vielerlei Hinsicht ein Sozialkredit-Konto – eine Erfindung der Kommunistischen Partei Chinas, welche sie zur Kontrolle ihrer Bürger einsetzt.

Dieser Aspekt des „Great Reset“ wird von Klaus Schwab selbst sehr bestätigt. In einem Interview mit den chinesischen Staatsmedien äußert er seine Bewunderung für die Fähigkeit der Chinesen, Ziele zu erreichen. Sie hätten das in den letzten 40 Jahren der Öffnungs- und Reformpolitik bewiesen. Dann erklärt er, dass „das chinesische Modell sicherlich ein sehr attraktives Vorbild für eine ganze Reihe von Ländern ist“.

Italien scheint dem zuzustimmen und hat begonnen, seine eigene Version eines sozialen Punktesystems zu institutionalisieren, mit dem Ziel, die Bürger zu einem „grünen“ Verhalten zu bewegen.

Schaut man sich die Konsequenzen des angstbasierten Managements von COVID und Klimawandel an, muss man sich fragen, wie sehr eine von oben nach unten gesteuerte Gesellschaft im Westen bereits Realität ist. Wir sehen die Eliten in ihren Privatjets von Davos nach Sharm el Sheik (COP 27) reisen.  

Dieselben Leute sagen den „unteren“ 90 % der Welt, dass sie weniger Fleisch essen oder sogar hungern müssen, dass sie keine Flugzeuge mehr fliegen dürfen, dass sie im kalten Winter weder Kohle noch Öl verbrennen dürfen oder dass sie das Wort „Mütter“ durch „Gebärende“ ersetzen sollten.

Nicht zufällig ist im 21. Jahrhundert der Vermögensanteil des obersten 1 % in den USA von etwa 30 % auf etwa 34 % gestiegen. Allein zwischen März 2020 und November 2022 hat sich das Vermögen der 10 reichsten Milliardäre in den USA verdoppelt. Eine solche Aufspaltung der Gesellschaft in eine allwissende, mächtige und reiche Elite und den Rest ist die wichtigste Konsequenz des Great Reset (auch wenn hinter vielen großartig klingenden Formeln versteckt).

In den nächsten beiden Blogs werde ich auf die beiden wichtigsten Beispiele eingehen, in denen der Great Reset bereits sein hässliches Gesicht gezeigt hat: die Covid-Pandemie und der Klimawandel.

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